7 Argumente für Holzenergie

Erreichung der Klimaziele 2030

Holzenergie aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist klimaneutral und unterliegt keiner CO2-Bepreisung. Da die technische Kraftwerksumrüstung auf Holzpellets innerhalb von ca. 2-3 Jahren durchführbar ist, kann Holzenergie einen deutlichen und schnellen Beitrag zur Erreichung der deutschen Klimaziele leisten. Die Umrüstung von 1GW Kraftwerkskapazität kann über 3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, und dies bei Wirkungsgraden von bis zu 80% bei Kraftwärmekopplung.

Strukturfolgen des Kohleausstiegs

Durch den beschlossenen Kohleausstieg drohen vielerorts Strukturbrüche u.a. in Form von Arbeitsplatzabbau. Die Verwendung von Holzpellets zur Energie- und Wärmeerzeugung in ehemaligen Steinkohlekraftwerken kann Arbeitsplätze und Anlagen an geeigneten Standorten erhalten. Außerdem kann bestehende Energie- und Schüttgutinfrastruktur weiterhin genutzt werden, so dass der Kohleausstieg nicht zu unnötigen Abschreibungen führt („stranded assets“). Da bei der Umrüstung weitgehend bestehende Infrastruktur benutzt wird, ist diese schnell und mit vergleichsweise geringem Kapitalaufwand machbar. Die schnellere Amortisierung lässt daher Optionen für die weitere Nutzung post-2030 offen.

In Dänemark gibt es diesbezüglich bereits einige Erfolgsgeschichten, wie etwa in Form des zuvor durch Kohle betriebenen Amager-Biomasse-Kraftwerkes in Kopenhagen. Der durch Bioenergie betriebene Kraftwerksblock AMV1 (250.000 Tonnen Pellets pro Jahr) wird ab 2020 um AMV4 (1,2 Mio. Holzchips pro Jahr) erweitert. Beide Einheiten können 60% des Wärmebedarfs Kopenhagens und rund 35% in der weiteren Umgebung decken (600.000 Haushalte insgesamt). Grüne Wärme spielt so eine tragende Rolle bei den Kopenhagener Ambitionen bis 2025 klimaneutral zu sein.

Waldnotstand

Der aktuelle Notstand in deutschen Wäldern, bedingt durch Schädlingsbefall und anhaltende Dürre, ist alarmierend und führt zu einem immensen Überangebot an Rest- und Totholz. Der rasante Preisverfall der Ressource Holz bedroht die Existenz vieler deutscher Forstbetriebe. Die Produktion von industriellen Holzpellets, die anderweitig nicht verwertbares Rest- und Kalamitätsholz (Nadel- wie auch Laubholz) als Rohstoff verwendet können, kann andere Förderprogramme ergänzen, um Forstbetriebe zu entlasten und zum langfristigen Waldumbau beizutragen.

Versorgungssicherheit

Die volle Dekarbonisierung unseres Energiesystems zur Erfüllung der Klimaziele 2030 erfordert eine Diversifizierung der Energiequellen bei garantierter Versorgungssicherheit. Holzenergie ist die einzige erneuerbare, abrufbare und grundlastfähige Partnertechnologie von Photovoltaik und Windenergie in Kraftwerksgröße. Der Brennstoff Holzpellets ist schon heute verfügbar, langfristig durch einen internationalen Markt in ausreichendem Maße vorhanden und kann so unsere Energieversorgung und Netzstabilität von morgen sichern.

Grüne Wärme

Holzenergie ermöglicht die verlässliche und großflächige Bereitstellung der Versorgung durch Grüne Wärme, sowohl im Bereich der Fernwärme als auch in der Industrie. Einige unserer europäischen Nachbarn, wie z.B. Dänemark und Schweden, nutzen Holzenergie bereits seit Jahren erfolgreich zur Versorgung von Fernwärmenetzen im Anlagenbereich von über 100MW.

Regionale Wertschöpfung

Die finanzielle Förderung von Holzenergie führt zu regionaler Wertschöpfung und zu einem diversifizierten, lokal verfügbaren Energiemix. Strukturschwache, ländliche Regionen mit bestehender Industrieinfrastruktur, z.B. in Ostdeutschland, sind für die Ansiedlung neuer Pelletproduktion sehr geeignet. Darüber hinaus ist die Herstellung klimaneutraler Holzpellets im Rahmen des Green Fund / Transition Fund förderbar.

Internationale Beziehungen

Durch den Anschluss an den internationalen Markt für RED2-zertifizierte Holzpellets kann Deutschland seine Energieversorgung schnell diversifizieren und potenziell als Exporteur auftreten, um auch global die Klimaziele 2030 zu erreichen. Vertiefte Handelsbeziehungen, z.B. mit den USA, tragen so auch zur Verbesserung transatlantischer Beziehungen bei.

Unsere Forderungen

Wie können wir das Potential von Holzenergie besser nutzen? In unseren Forderungen finden Sie konkrete Vorschläge.